Heckentag 2026

Heckentag

Warum sind Hecken für Bestäuber so wichtig?

Einzelne Pflanzen liefern sogenannte Massentrachten und sind damit essenziell für die Ernährung von Bestäubern. Dazu zählen etwa Kornelkirsche und verschiedene Weidenarten im Vorfrühling, später Vogelkirschen und Ahorne sowie im Frühsommer Linden, Wiesenpflanzen wie Löwenzahn und Rotklee oder auch Kulturen wie Raps. Die ersten wichtigen Massentrachten stammen fast ausschließlich von Bäumen und Sträuchern, erst später übernehmen krautige Pflanzen eine immer größere Rolle.

Ebenso wichtig ist jedoch das Blütenangebot zwischen diesen Trachtphasen. Bestäuber benötigen während ihres gesamten Lebenszyklus Nektar und Pollen. Hecken und ihre Säume schließen solche Versorgungslücken, weil dort viele Pflanzen wachsen, die zwar keine Massentrachten bilden, für spezialisierte Wildbienen aber unverzichtbar sind. Dazu gehören etwa Wicken, Glockenblumen, Doldenblütler oder verschiedene Rosengewächse.

Reichen einzelne Blühpflanzen aus, um Bestäuber zu fördern?

Nein. Entscheidend ist nicht nur das Vorhandensein einzelner Blühpflanzen, sondern ein vielfältiges und durchgehendes Nahrungsangebot. Viele Bestäuber sind auf unterschiedliche Pflanzenarten angewiesen, die zu verschiedenen Zeitpunkten blühen.

Das zeigt sich auch in der Landwirtschaft. Der Ertrag von Kulturen wie Ölkürbis, Pferdebohnen oder Erbsen hängt wesentlich von Hummeln ab. Damit ausreichend Hummeln vorhanden sind, brauchen sie schon vor und nach der Blüte dieser Kulturen Nahrung. Pflanzen wie Weiden, Berberitzen, Lerchensporn, Taubnesseln, Beinwell, Rote Heckenkirsche oder Wildrosen liefern diese Ressourcen und kommen häufig im Umfeld naturnaher Hecken vor. 

Welche Rolle spielen heimische Hecken in diesem Zusammenhang?

Hecken verbinden verschiedene Lebensräume miteinander und schaffen Strukturen, die Bestäubern über lange Zeit Nahrung und Rückzugsräume bieten. Besonders wertvoll sind heimische Hecken mit einem vielfältigen Unterwuchs und blütenreichen Säumen. Sie tragen dazu bei, dass zwischen den großen Blühphasen keine Versorgungslücken entstehen und Bestäuberpopulationen langfristig erhalten bleiben können.

Alle wichtigen Daten zum Heckentag:
Bestellfrist: 1. September – Mitte Oktober 2026
Abholung: 7.11.2026 von 9 bis 13 Uhr
Lieferung (alternativ): Anfang bis Mitte November
Kontakt: Heckentelefon +43 (0) 680 2340106; office@heckentag.at
Weitere Infos und Bestelloptionen unter www.heckentag.at 

Über den Verein Regionale Gehölzvermehrung (RGV):

Der Verein Regionale Gehölzvermehrung (RGV) ist ein gemeinnütziger Verein zum Erhalt der heimischen Gehölzvielfalt. Neben der Umsetzung zahlreicher Biodiversitäts-Projekte, die von Ländern, Bund und EU gefördert werden, veranstaltet der Verein seit über 30 Jahren den Heckentag. Neben Niederösterreich hat die RGV in den letzten Jahren auch in den Bundesländern Salzburg, Kärnten und Steiermark Fuß gefasst. Über 50 RGV-Besammler:innen schwärmen jeden Vollfrühling bis Spätherbst aus und sammeln tonnenweise Früchte, aus denen Saatgut gewonnen und anschließend in den RGV-Partnerbaumschulen kräftige Nachkommen gezogen werden. Weitere Informationen unter www.regionale-gehoelze.at 

 

22.07.2026